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Banana-Monitor-mit-Papagei-Bild

 

Pro & Contra – Vor- und Nachteile von 4K für den PC

Die Marketingmaschinerie läuft auf Hochtouren. Ultra HD Fernseher verkaufen sich wie warme Brötchen. Noch schärfer, noch größer, noch besser, dass verspricht die TV Industrie. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Was Hersteller und Verkäufer verschweigen, ab einem bestimmten Sitzabstand, welcher in deutschen Wohnzimmern durchschnittlich 3 Meter beträgt, kann das menschliche Auge den Unterschied zwischen 4K und Full-HD nicht wahrnehmen. Selbst bei 55 Zoll großen Geräten muss bis auf einen Meter herangerückt werden, um die Differenz wahrnehmen zu können.

Der Clou im Markt, meist stehen Kunden dicht vor den Ultra-HD Geräten und bestaunen das knackig scharfe Bild. Schlaue Verkäufer nutzen die Situation schamlos aus, um nichts ahnenden Kunden ein U-HD Gerät zu verkaufen.

Doch nicht alles ist schlecht an 4K Fernsehern.  Je größer der Fernseher, desto deutlicher wird auch der Unterschied zu Full-HD. Bei einem 75 Zoll Gerät ist auch auf Entfernung ein Unterschied erkennbar. Zudem werden Farben und Kontrast mit fortschreitender Technologie immer besser.

 

Unterschied zwischen Full-HD und Ultra-HD nur auf kurze Distanz erkennbar

Um den Unterschied zwischen Full-HD und 4K sehen zu können, muss der Nutzer sehr nah am Bildschirm sitzen. Denn, je näher wir an einem Bildschirm sitzen, desto stärker sehen wir das Raster, an dem die Bildpunkte angeordnet sind.

Auf einem 1080P Display, egal in welcher Größe, können wir über 2 Millionen Pixel zählen. Auf einem 4K Display, egal in welcher Größe, können wir vier mal mehr Pixel sehen. Also über 8 Millionen. Genau aus diesem Grund wirkt das Bild auf einem Ultra-HD Gerät auf kurze Distanz so knackig scharf.

Der durchschnittliche Sitzabstand am PC beträgt 50 Zentimeter. Optimal also für 4K. Mit bloßem Auge sehen wir auf einem 4K Monitor für den PC mit 27 Zoll, selbst bei 50 cm Sitzabstand, keine einzelnen Bildpunkte. Wir müssten schon mit einer Lupe sehr genau hinsehen. Auf dem folgenden Bild siehst du im rechten Bild, auf der selben Fläche, vier mal mehr Bildpunkte als bei einem Full-HD Gerät links. Natürlich sind beide Bilder nur vereinfacht dargestellt.

Full HD und 4K Monitor Bildpunkte Raster

Aus diesem Grund schreien Virtual Reality Fans nach höher aufgelösten VR- Brillen. Denn die aktuelle Generation ist lediglich mit HD Bildschirmen ausgestattet. Die in den VR Brillen verbauten Linsen wirken hierbei vergrößernd, ähnlich wie eine Lupe. Dies führt zu einem recht starken Fliegengittereffekt, den man deutlich wahrnehmen kann.

Wie bereits erwähnt, kann man bei normaler Entfernung, auf einem durchschnittlichen 27 Zoll Ultra-HD Monitor, keine einzelnen Pixel erkennen. Das Bild wirkt scharf und lebensecht.

 

Vier Mal mehr Arbeitsfläche

Im Vergleich zu 1080P, ist der Gewinn an 75% mehr Arbeitsfläche wohl das Hauptargument, welches für den Kauf eines Ultra-HD Monitors spricht. Besonders bei der Bildbearbeitung, dem Webdesign oder dem Coden spielt ein 4K Gerät seine Stärken aus. 75% mehr Arbeitsfläche bedeutet, dass du vier Fenster in Full-HD Größe gleichzeitig nebeneinander darstellen kannst. So kannst du von Fenster zu Fenster springen ohne den Task wechseln zu müssen.

Du kannst in Photoshop, Lightroom, Illustrator und Co. ein Bild mit einer Auflösung von 3840 x 2160 bei 100% Zoom vollständig darstellen/bearbeiten. Schluss mit den Zeiten wo die Werkzeugleisten auf einen zweiten Bildschirm gelegt werden musste. So sieht ein Bild mit einer Auflösung von 3840 x 2160 in Photoshop auf einem 4K Bildschirm aus:

Photoshop auf 4K Monitor

Unten im zweiten Bild siehst du das selbe Bild auf einem 1080P Monitor auf 100% Zoom. Wie du siehst, wird in diesem Fall nur 1/4 des Bildes dargestellt. Dabei lässt sich sagen das, je größer der Monitor, desto besser lässt es sich damit auch arbeiten. Es ist nicht sonderlich ratsam, auf einem 24 Zoll U-HD Monitor Fotos zu bearbeiten.

Hier macht es wirklich Sinn sich ein Gerät ab 27 Zoll und aufwärts zu kaufen. Bei 32 Zoll hat man einen wirklich gewaltiges Bild worauf produktiv gearbeitet werden kann. Auch auf 40 Zoll sind kaum Pixel wahrnehmbar. Allerdings muss hier getestet werden, ob 40 Zoll als PC Bildschirm nicht etwas zu groß ist. Je größer der Bildschirm, desto weiter sollte der Sitzabstand sein. Ansonsten muss der Kopf recht weit gedreht werden.

Photoshop auf einem Full HD Monitor mit 100% Zoom

 

Vier Mal schärfer

Selbst bei 200% Vergrößerung im Webbrowser, wirken Schriften wie auf Papier gedruckt. Im Chrome Browser nutzen wir in der Redaktion einen 28 Zoll U-HD Bildschirm mit einen Zoom von 150%. Wenn wir eine bessere Übersicht beim Webdesign oder Coden benötigen, stellen wir den Zoom mit der Tastenkombination Strg+Mausrad zurück auf 100%. Schriften lassen sich dabei immer noch lesen. Je größer der Bildschirm, desto besser lässt sich auch der Inhalt lesen. Und desto weniger muss skaliert werden.

Auf dem folgenden Bild siehst du einen Vergleich zwischen 4K links und Full HD rechts. Ein deutlich sichtbares Fliegengitter bei zweiterem. Auch links sind einzelne Pixel zu erkennen. Allerdings wurde das Foto mit einer 12 Megapixel Kamera und einem Abstand von etwa 10 Zentimetern zum Bildschirm geknipst.

Full HD vs 4K

Hier haben wir noch eine GIF Datei erstellt, auf dem du den Vergleich noch einmal in Farbe sehen kannst. Auch hier wurden die Bildschirme jeweils mit einer 12 MP Kamera auf ca. 10 cm Entfernung abfotografiert. Das Raster ist bei F-HD deutlich zu erkennen. In Ultra-HD sind kaum Pixel zu erkennen. Auch winzig kleine Details wie die Maserungen des Holzes sind deutlich besser erkennbar. Ein Traum für Grafikdesigner.

4k-vs-fullhd

 

Sinnvollere Nutzung als bei einem 4K TV

Ein weiterer Vorteil am PC, es gibt reichlich Inhalte und Möglichkeiten, die hohe Auflösung sinnvoll zu nutzen. Am TV ist der User auf Sendungen und Filme angewiesen, die im Ultra-HD Format vorliegen. Diese sind jedoch nach wie vor Mangelware. Am PC hingegen, gibt es zahlreiche Anwendungsbereiche, in denen U-HD sinnvoll eingesetzt werden kann.

Egal ob Bildbearbeitung, Coding, Videoschnitt,Gaming und mehr, du profitierst in jedem Fall von der höheren Auflösung. Aber auch Netflix und Amazon senden bereits einiges an Film und Serien in nativem 4K (klarer Vorteil auch am TV). Zudem kann man nun endlich auch Urlaubsbilder, die mit der 12 MP Kamera aufgenommen wurden, in beinahe voller Auflösung genießen. Auch moderne Handys mit 4K Video Aufnahme oder eine GoPro profitieren von einem hochauflösenden Display.

 

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten

Auch wenn die Vorteile überwiegen, sollten die Nachteile nicht unerwähnt bleiben. Symbole und Texte werden ohne Skalierung sehr klein dargestellt. Hier muss mit der Skalierfunktion von Windows gearbeitet werden. Ab Windows 8.1 stellt dies kein Problem dar.

Ansonsten kann es auf einem 27 Zoll Gerät wirklich problematisch werden, das gewünschte Symbol auf dem Desktop zu finden. Nutzt man nur die Skalierfunktion von Windows, kann es zu unschönen Effekten kommen.

Beispielsweise wird in manchen Programmen die Schrift verschwommen dargestellt. Hier schafft ein Tool namens Windows 10 DPI Fix sehr gute Abhilfe. Anfangs waren wir recht enttäuscht von unserem ersten U-HD Monitor, weil manches sehr verschwommen aussah. Texte in Steam oder auch im Mozilla Thunderbird wirkten verwaschen. Wir dachten, das wir damit leben müssen. Mit erwähntem Tool lässt sich das Problem jedoch sehr gut lösen. Alles sieht so aus wie es aussehen soll. Knackscharf.

Auf dem Mac wurde dieses Problem bereits gelöst. Denn, Apple war sich den Problemen bewusst und hat hier schnell reagiert. Durch die Retina Unterstützung profitieren auch 4K Bildschirme. Alles wird optimal dargestellt. Wie bereits erwähnt, je größer der Monitor, desto weniger muss skaliert werden. Auf einem 32 Zoll Monitor lässt es sich auch hervorragend arbeiten und lesen, ohne etwas vergrößern zu müssen. Nach dem Upgrade von 28 auf 32 Zoll, sind wir mit der Skalierung auf 125% herunter.

 

Starke Grafikkarte ist Pflicht für Gamer

Ein weiterer Nachteil für alle Ultra-HD Gamer, die Grafikkarte muss wirklich schwitzen. Wer keine potente Grafikkarte besitzt, und auch nicht plant aufzurüsten, sollte evtl. lieber zu einem WQHD Monitor greifen. Denn eine 980 GTX sollte schon vorhanden sein. Besonders bei sehr grafikintensiven Spielen, wie The Witcher 3, ist es gut möglich, das mit einer schwächeren Grafikkarte (wie eine 970 GTX), die Details heruntergeschraubt werden müssen.

Allerdings kann Rechenpower gespart werden indem Anti Aliasing deaktiviert wird. Denn auch ohne Kantenglättung kommt es zu keiner sichtbaren Treppenbildung. Zudem sollte die Grafikkarte HDMI 2.0 oder Displayport 1.2 unterstützen, da ansonsten nur ein 4K Bild mit 30 Hz dargestellt wird.

 

Fazit: 4K lohnt sich jetzt schon

Wie du siehst musst du eventuell hier und da noch ein wenig tricksen. Besonders mit der Skalierung. Aber im großen und ganzen, machst du mit einem 4K Monitor nichts falsch. Die Vorteile überwiegen die Nachteile. Hard- und Software werden permanent optimiert.

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte in der Übersicht:

 

Vorteile

  • Preise für 4K Monitore sind deutlich gefallen
  • Am PC macht 4K wirklich Sinn, da wir sehr nah am Bildschirm sitzen
  • Vier mal Mehr Bildpunkte – 2 zu 8 Millionen
  • Vier mal mehr Arbeitsfläche – Webdesign, Bildbearbeitung, Textverarbeitung, Coding, Videoschnitt, Gaming und viele weitere Anwendungsbereiche profitieren enorm von der hohen Auflösung
  • Vier mal schärfer und vier mal mehr Details
  • Stromverbrauch identisch bei ca. 40-60 Watt

Nachteile

  • Schriften müssen bei kleinen Geräten vergrößert werden
  • Für Gaming wird eine potente Grafikkarte benötigt
  • Noch keine 144 Hz Modelle für Gaming erhältlich